Die Bibliografie

Du hast viel Arbeit in deine Haus­arbeit gesteckt, Quellen analysiert, Fach­zeitschriften konsultiert und vielleicht sogar Interviews durch­geführt. Nun fehlt nur noch eine Über­sicht all dieser ver­wendeten Ressourcen: die Biblio­grafie. Wie du die An­gaben in dieser formatierst, das zeigen wir dir hier.
Deine Bibliografie am Ende einer Haus­arbeit fasst alle zitierten Werke noch einmal in Form einer alphabeti­sierten Liste zu­sammen.

Sollte man in seiner Haus­arbeit mehrere Werke eines Autors ver­wenden, werden diese auch nach Alphabet sortiert. Und wie soll es anders sein beim wissen­schaftlichen Arbeiten:

Jemand hat sich feste Regeln ausgedacht, wie das zu erfolgen hat!

Ähnlich wie bei den Fuß­noten gibt es auch bei biblio­grafischen An­gaben mehrere Möglich­keiten. Auch hier gilt: bleibe einem Format treu. Die folgenden Bei­spiele sind eine mögliche Vorgabe.

(nicht periodisch, nur ein Autor):
Nachname des Autors, Initial (Erscheinungsjahr). Buchtitel. Ort: Verlag.

Beispiel: Wisniewski, B. (2013). Psychologie für die Lehrerbildung. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.

(bzw. Buch verfasst von einem Institut):
Name der Gruppe (Abkürzung) (Jahr). Titel. Ort: Verlag oder Angaben zum
Journal oder Nennung der URL (dies hängt davon ab, woher der Text stammt).

Beispiel: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF),
Deutsches Jugendinstitut (DJI), Institut für Schulentwicklungsforschung der
Technischen Universität Dortmund (IFS) & Justus-von-Liebig-Universität
Gießen (2013). Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG).
Abgerufen am 02.09.2013: http://www.projektsteg.de/sites/default/files/Bundesbericht_
Schulleiterbefragung_2012_13.pdf.

(z.B. Aufsatz im Sammelband):
Nachname des Autors, Initial (Erscheinungsjahr). Titel des Textes. In Initial Nachname des Herausgebers (Hrsg.), Titel des Buches (Seitenzahlen). Ort: Verlag.

Beispiel: Reiners, O. (2013). Mobile Learning – Lernlösungen für iPhone & Co. In C. de Witt, C. & A. Sieber (Hrsg.), Mobile Learning. Potenziale, Einsatzszenarien und Perspektiven des Lernens mit mobilen Endgeräten (S. 143-158). Wiesbaden: Springer VS.

(periodisch erscheinende Werke):
Nachname des Autors, Initial (Erscheinungsjahr). Titel des Artikels. Titel der Zeitschrift, Jahrgang(Nummer), Seitenzahl.

Beispiel: Schneider, R. (2009). Kompetenzentwicklung durch forschendes Lernen. Journal Hochschuldidaktik, 20(2), S. 33-37.

Online-Zeitschriften (periodisch):
Nachname des Autors, Initial (Erscheinungsjahr). Titel des Artikels. Titel der Zeitschrift, Jahrgang(Nummer), Seitenzahl. Abgerufen am Datum: URL

Beispiel: Kropf, D. (2013). Connectivism: 21st century´s new learning theory. European Journal of Open, Distance and e-Learning, 6(2), S. 13-24. Abgerufen am 02.08.2013: http://www.eurodl.org/materials/contrib/2013/Kropf.pdf.

Magazinartikel:
Nachname, Initial (Jahr, Monat). Titel In Name des Magazins, Seitenzahlen.

Beispiel: Bühner, M. (2013, 9). Die Kunst des Fragens. In Gehirn und Geist. Das Magazin für Psychologie und Hirnforschung, S. 30-35

Zeitungsartikel:
Nachname, Initial (Erscheinungsdatum). Titel. Name der Zeitung, Seitenzahlen.

Beispiel: Felber, F. (10.9.2013). Wahllokal im Klassenzimmer. Der Tagesspiegel, S. 12.

Enzyklopädie, Handbuch:
Nachname des Autors, Initial (Jahr). Name des Eintrags. In Initial Nachname des Herausgebers (Hrsg.) (Jahreszahl), Titel des Buches (Seitenzahl). Ort: Verlag.

Beispiel: Reich, K. (1983). Lerndimension. In D. Lenzen & K. Mollenhauer (Hrsg.) (Jahreszahl), Enzyklopädie Erziehungswissenschaft Bd. 1. Theorien und Grundbegriffe der Erziehung und Bildung (S. 495-498). Stuttgart: Klett-Cotta.

Lexikoneintrag (ohne Autor):
Name des Eintrags. Initial Nachname des Herausgebers (Hrsg.) (Jahr), Titel des Buches (Seitenzahl). Ort: Verlag

Beispiel: Selbstkonzept. G., Eberle (Hrsg.) (1990), Schüler Duden Pädagogik. Mannheim: Dudenverlag.

Dokumente wie Briefe, Protokolle, Akten etc.:

Belege für Archivalien können sich je nach Professionalisierungsgrad des Archivs unterscheiden: Handelt es sich um ein Landesarchiv, welches Archivalien nach wissenschaftlichen Kriterien ordnet und bereitstellt, oder handelt es sich um Dokumente eines kleinen Heimatmuseums, welche sich unerschlossen in einem Aktenordner befinden?

Folgendes Muster kann je nach Fall angepasst werden:

Name der Institution / des Archivs. Adresse des Archivs. Nachname, Initiale des Autors der Archivale. Name der Archivale. (Ggf. Entstehungszeitpunkt der Archivale). (Signatur).

Beispiele:

Ohne bekannten Autor der Archivale:

Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa, Archives, 169 Tory St, Wellington, New Zealand. Concept Sector comment on the Peopling of New Zealand Concept Development Report draft. (1995, March 7). (Mu 000361/020/0014).

Autor bekannt:

Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa, Archives, 169 Tory St, Wellington, New Zealand. McCauley, L. (1996). Formative Evaluation Study. Interactive Testing for the „Entry Lights Criteria“. Passports Exhibition. (MU000361/019/0004).

Keine Signatur:

Puhoi Historical Society, Archive, 80 Puhoi Road, Puhoi 0994, New Zealand. Minutes of the 1st committee meeting of the Puhoi historical society 1992 held 1.15pm 3.5.92 in the Puhoi school. (1992, May 3).

Fotos und Grafiken:

Fotos und Grafiken müssen wie jede andere Quelle belegt werden. Sie werden wie folgt im Literaturverzeichnis aufgenommen (Wenn sie Online zu finden sind, genau wie andere Internetquellen mit Hinweis auf den Abruf.):

Fotograf*in Nachname, Initial. (Jahr, Tag Monat). Titel des Fotos [Foto/Grafik]. Abgerufen von URL

Hinter dem Titel Angabe in eckigen Klammern, dass es sich um ein Foto o. Ä. handelt.

Wenn der Name des Fotografen / Künstlers oder der Fotografin / Künstlerin etc. unbekannt ist, wird an die Stelle des Urhebers oder der Urheberin der Titel des Fotos / der Grafik gesetzt. Sollte auch der Titel unbekannt sein, wird eine kurze Beschreibung zwischen eckige Klammern hinzugefügt.

Beispiele:

Richard, P. (~1964 – 1977). Ausstellung des HMD in der Osthalle des Semperbaus. Aufnahme zwischen 1964 und 1977 [Foto]. Abgerufen von http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/88953430

Sommer, C. (2010, August 14). [Links: ‘Dumont D’Urville’. Mitte: Kompass des Schiffes Margaret. Rechts: Ausstellungstext ‘Empire, Expansion and Migration’. The Search for Paradise. Sektion 1: Vor der Auswanderung. Waipu Museum, Neuseeland].

Video / Film:

Nachname, Initial (Regisseur*in / Filmproduzent*in). (Jahr). Titel des Videos [Medium]. Ort, Land: Institution / Filmstudio. URL (bei YouTube Clips)

Beispiele:

Parker, B. (Producer). (1998). Akaroa the long harbour. A twenty two minute video about the geological, natural and social history of Akaroa and Banks Peninsula [DVD]. Neuseeland: Akaroa Museum.

Preston, G. (Producer). (1999). Getting to our place. Wellington, Neuseeland: Gaylene Preston Productions.

Institut für Materielle Kultur (Producer). (2019). BA Material Culture: Textiles. Oldenburg, Deutschland: CvO Universität Oldenburg. https://www.youtube.com/watch?v=qAsm83VOGFY

Interviews (persönliches Gespräch, per E-Mail oder Telefon):

Nachname, Initial (Jahr, Monat Tag). Position / Rolle, Institution / Firma. Persönliches Gespräch / E-Mail Konversation / Telefongespräch.

Beispiel:

Müller, H. (2019, August 19). Kurator, Kunsthistorisches Museum. Persönliches Gespräch.

Wichtig: Interviews müssen immer transkribiert werden. Die Transkripte landen dann im Anhang deiner Hausarbeit.

Ausstellung / Performance:

Name der Ausstellung / Performance. Institution / Künstler*in, Adresse der Institution. Zeitpunkt des Besuchs: Jahr, Monat, Tag.

Beispiel:

Across the Ocean Waves. Otago Settlers Museum, 31 Queens Garden, Dunedin 9016, Neuseeland. Zeitpunkt des Besuchs: 2010, September 20-24.

Ggf. kann der Name der Ausstellung durch „Dauerausstellung“ ersetzt werden, wenn diese keinen Namen trägt. Auch spezifischere Angaben sind möglich: Across the Ocean Waves. Section 1: A new country.

Es ist in vielen Fällen sinnvoll Fotos einer Ausstellung zu machen und auf diese im Text zu verweisen.

Auch Ausstellungstexte können eine Quelle sein. Die Bezeichnung des Textes kann zumeist von einer Überschrift abgeleitet werden:

Love and war. In Across the Ocean Waves. Otago Settlers Museum, 31 Queens Garden, Dunedin 9016, Neuseeland. Zeitpunkt des Besuchs: 2010, September 20-24.

Internetseiten (mit bekanntem Verfasser/Herausgeber): Nachname/Name, Initial (Erscheinungsdatum, wenn kein Datum vorhanden ist „o. D.“ angeben). Titel (der Seite). Abgerufen am Datum: URL

Beispiel: Institut für Materielle Kultur (o. D.). Forschung. Projekt ‚Qualität Plus – Digital Literacy‘, siehe https://uol.de/materiellekultur/forschung/projekt-q-fl-digital-literacy (abgerufen am 29.10.2019).

Achtet darauf, dass die URL nicht vom Textverarbeitungsprogramm automatisch blau und unterstrichen erscheint.

Alle zitierten Online-Quellen müssen als Dateien abgespeichert und gesammelt werden (am besten sicher auf der Uni Cloud). Die Dateien hältst du dann für Nachfragen bereit.

Webseiten kannst du als HTML Datei, PDF-Dateien als solche, Bilder im Quellformat, also als JPEG, PNG oder SVG und Videos als Screen Record abspeichern.

(z.B. Online-PDFs):
Nachname, Initial (Erscheinungsdatum, wenn kein Datum vorhanden ist „o. D.“ angeben). Titel. Abgerufen am Datum: URL

Beispiel: Bremer, C. (o. D.). Forschend und handelnd im Netz: Instrumente für aktives, kooperatives Lernen in virtuellen Lernumgebungen. Abgerufen am 02.09.2013: http://www.bremer.cx/paper13/artikelraabe_bremer02.pdf.

Forenkommentar, Blogkommentar oder Bericht:

Autor Nachname, Initial. [Alias]. (Jahr, Tag Monat). Titel Kommentar / Bericht oder gekürzter Inhalt [Art Kommentar/ Bericht]. Kommentar/ Bericht aufgegeben auf URL

Beispiel:

Knight, B. [Berry Knight]. (2018, 29 Oktober). I love your story Angela! [Kommentar]. Kommentar aufgegeben auf http://world.museumsprojekte.de/?p=9558#comments

Tweet:

Tweetautor Nachname, Initiale. [Twittername]. (Jahr, Tag Monat). Inhalt Tweet ggf. gekürzt [Tweet]. Abgerufen von URL

Beispiel:

Trump, D. [@realDonaldTrump]. (2019, 12 November). Economy is BOOMING [Tweet]. Abgerufen von https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1194216506403545088

Lernaufgaben

Literatur finden und richtig zitieren.

Muss man diese ganzen Vor­gaben aus­wendig lernen? Kann man, doch es geht auch einfacher: wende die Regeln immer wieder an, bis du nicht mehr nach­schlagen musst. Nur Übung macht den Meister oder die Meisterin.
Fangen wir doch direkt an …

Übung: Literatur­angaben ver­vollständigen